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AdvoNeo Ratgeber » Insolvenz » Heißt ein Antrag auf Insolvenz die Immobilie verlieren?





Heißt ein Antrag auf Insolvenz die Immobilie verlieren?

Antrag auf Insolvenz Immobilie verloren?

Sich den Traum von der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus erfüllt zu haben, ist ein tolles Gefühl. Im Regelfall läuft die Finanzierung des Immobilienkaufs über einen Kredit bei einer Bank, die somit ein Gläubiger der Immobilienbesitzer ist. Deswegen stellen sich Schuldner bei drohender Privatinsolvenz sofort die Frage, ob sie bei einem Antrag auf Insolvenz die Immobilie verlieren können.


In die Insolvenz = Immobilie verloren?

Meistens Ja. Sowohl in der Privatinsolvenz als auch in der Regelinsolvenz geht es darum, schuldenfrei zu werden. Dafür wird die Insolvenzmasse (das Vermögen des Schuldners, das er vor der Insolvenz hatte und das Vermögen, das während des Insolvenzverfahrens erlangt wurde) vom Insolvenzverwalter verwertet und an die Gläubiger aufgeteilt. Zu diesem Vermögen gehört auch die Immobilie. Sie genießt keinen Vollstreckungsschutz, d.h. sie gehört nicht zu den unpfändbaren Gegenständen des § 36 Insolvenzordnung.

Was bedeutet in der Insolvenz die Immobilie verwerten?

Verwertung bedeutet in diesem Zusammenhang, das Haus oder die Wohnung des Schuldners im Interesse der Gläubiger zu Geld zu machen, damit dieses so gut wie möglich zur Befriedigung der Gläubiger an diese aufgeteilt werden kann. Während des Insolvenzverfahrens hat der Insolvenzverwalter zwei Möglichkeiten der Verwertung des Hauses oder der Wohnung des Schuldners: Zwangsversteigerung oder freihändiger Verkauf.

Da die Zwangsversteigerung ein aufwendiges Verfahren ist, bei dem viel Papierkram anfällt, wird sich in der Praxis häufig für den freihändigen Verkauf entschieden. Das bedeutet in der Privatinsolvenz, dass die Bank als Gläubiger sich mit dem Insolvenzverwalter darauf einigt, das Haus oder die Wohnung selbst z.B. über einen Makler zu verkaufen. In der Regelinsolvenz muss der Insolvenzverwalter die Zustimmung des Gläubigerausschusses einholen. Bei der Regelinsolvenz ist es dem Insolvenzverwalter zudem gestattet, den Erlös aus der Immobilie zu steigern, indem er diese beispielsweise zur etwaigen Betriebsfortführung nutzt. Auch kann er sie vermieten, solange dabei ein nachträglicher Verkauf nicht verhindert wird.

In manchen Fällen, bei den sogenannten Schrottimmobilien, würden jegliche Möglichkeiten des Insolvenzverwalters mehr Kosten verursachen, als Erlöse erzielt würden. Da dies nicht im Sinne der Gläubiger wäre, kann es sein, dass der Insolvenzverwalter die Schrottimmobilie aus der Insolvenzmasse freigibt, sodass der Schuldner wieder frei über sie verfügen kann. Das hat zur Folge, dass der Schuldner auch wieder sämtliche Kosten tragen muss.

Muss ich sofort aus meinem Haus oder meiner Wohnung ausziehen?

In den meisten Fällen nicht sofort. Da oft in der Insolvenz die Immobilie über den freihändigen Verkauf verwertet wird, einigen sich viele Zwangsvollstrecker mit dem Schuldner darauf, dass er erst bei Verkauf - wenn ein Käufer gefunden wurde - oder im Falle der Zwangsvollstreckung zu einem entsprechenden Zeitpunkt ausziehen muss. Dennoch müssen Sie darauf vorbereitet sein, Ihre Immobilie zu verlassen.

Wenn Sie sich weigern, in der Insolvenz die Immobilie zu verlassen, kann der Insolvenzverwalter Sie per Gerichtsbeschluss zur Räumung zwingen.

Gibt es keine andere Möglichkeit, in der Insolvenz die Immobilie zu behalten?

Leben Sie mit Ihrem Ehepartner in dem Haus oder der Wohnung, besteht die Möglichkeit, dass dieser den Miteigentumsanteil oder sogar das Volleigentum vom Insolvenzverwalter kauft. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Sie dies finanzieren können und die Bank überzeugt ist, dass Ihr Ehepartner das Darlehen langfristig bedienen kann.

Alternative zur Insolvenz, die die Immobilie sichert

Durch das Durchlaufen des Insolvenzverfahrens verlieren Sie im Regelfall Ihre Eigentumswohnung oder Ihr Haus an den Insolvenzverwalter. Im Falle der Privatinsolvenz sollte sich deshalb bemüht werden, über den vorgelagerten außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern eine tatsächliche Einigung zu erzielen. Ein sogenannter Vergleich kann Ihnen helfen, Ihre Immobilie zu behalten und trotzdem einen Schuldenerlass zu erreichen. Der Erfolg eines solchen außergerichtlichen Einigungsversuchs hängt davon ab, was Sie Ihren Gläubigern anbieten können, d.h. wie viel Sie in der Lage sind, monatlich an all Ihre Gläubiger zu zahlen.



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KATEGORIE    

Insolvenz

AKTUALISIERT

4. April 2017