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AdvoNeo Ratgeber » Insolvenz & Tipps » (K)Ein neues Heim? Umzug bei Privatinsolvenz





(K)Ein neues Heim? Umzug bei Privatinsolvenz

In der Regel dauert eine Verbraucher­insolvenz (umgangs­sprachlich Privatinsolvenz) 6 Jahre. In dieser Zeit kann viel passieren. Zum Beispiel durch eine neue Beziehung oder eine Trennung kann der Wunsch nach einem Wohnungs­wechsel groß werden. Wie ist es dann mit einem Umzug bei Privatinsolvenz? Geht das? Oder wirkt sich das negativ auf die Rest­schuld­befreiung aus?

Umzug bei Privatinsolvenz Maler Pinsel

Ja, Sie dürfen in der Privatinsolvenz umziehen. Sie können frei über den pfändungsfreien Teil Ihres Einkommens ent­scheiden. Dazu zählt auch die Ent­scheidung, wieviel Sie davon für Miete ausgeben wollen.

Ob Sie nun in eine kleinere oder größere Wohnung ziehen wollen ist unerheblich, solange Sie die Wohnungs­kosten durch das Geld, das Ihnen in der Insolvenz zur Verfügung steht bezahlen können und somit gibt es keine negativen Auswirkungen für eine Rest­schuld­befreiung. Es gibt jedoch ein paar Besonder­heiten und Stolper­steine, die Sie beim Umzug in der Privatinsolvenz berück­sichtigen sollten.

Stolpersteine beim Umzug in der Privatinsolvenz

Zwar fordern nicht alle Vermieter eine SCHUFA-Auskunft, doch diejenigen die es tun, werden Ihnen wahr­scheinlich wegen der Privatinsolvenz die neue Wohnung versagen. Und auch wenn keine SCHUFA-Anfrage gestellt wird, verlangen nicht wenige Vermieter andere Bonitäts­nachweise, die die Verbraucherinsolvenz offenlegen. Dies kann die Suche nach einer neuen Wohnung und den Umzug bei Privatinsolvenz erschweren.

Ob Sie bei der Wohnungs­suche von Vornherein mit offenen Karten spielen oder Ihre Insolvenz lieber verbergen, bis Sie die Wohnung haben, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Ein Ver­heimlichen der Privat­insolvenz kann jedoch ein Kündigungs­grund sein, wenn der Ver­mieter aus­drücklich danach gefragt hat..

Ein neues Heim! Umzug bei Privatinsolvenz

Haben Sie eine vielver­sprechende Wohnung gefunden und den Vertrag unter­schrieben, müssen Sie gemäß § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO (Insolvenz­ordnung) Ihren Insolvenz­verwalter über den Wohnungs­wechsel informieren. Das ist ein Muss! Denn auch wenn Sie in ein anderes Bundesland oder ins Ausland umziehen, bleibt das ursprüng­liche Insolvenzgericht und der beauftragte Insolvenz­verwalter im Normal­fall der gleiche.

Befinden Sie sich zur Zeit des Umzugs im Insolvenz­verfahren, wird Ihr Insolvenz­verwalter Ihren neuen Ver­mieter über Ihre Insolvenz informieren, da nach Insolvenz­eröffnung der Vermieter Mietschulden grundsätzlich als Ansprüche gegenüber dem Insolvenz­verwalter geltend machen kann. Um die Insolvenz­masse davor zu schützen, kann der Insolvenzverwalter bei Ihrem Vermieter gemäß § 109 Abs. 1 InsO erwirken, dass nach der Frist von 3 Monaten entstehende Miets­chulden nicht mehr als Ansprüche geltend gemacht werden können.

Manche Insolvenzverwalter benach­richtigen Vermieter noch, wenn Sie sich bereits in der Wohl­verhaltens­phase befinden, obwohl eine Benach­richtigung des neuen Vermieters zu diesem Zeit­punkt nicht mehr nötig ist, da keine Ansprüche mehr geltend gemacht werden können.

Was passiert mit der Kaution nach Umzug bei Privatinsolvenz?

In einigen Fällen bekommen Sie die Kaution für Ihre alte Wohnung zurück. Meistens möchte man diese dann für die Kaution der neuen Wohnung verwenden. Aber Vor­sicht: Ziehen Sie vor dem Schlusstermin der Insolvenz um, müssen Sie die Kaution an den Insolvenz­verwalter über­weisen, da diese als Bar­vermögen für die Befriedigung der Gläubiger ver­wendet wird (genau wie bei zum Beispiel Steuer­er­stattungen).

Achtung: Hat Ihr Insolvenzverwalter Ihrem Vermieter gegenüber eine Enthaftungserklärung abgegeben, geht laut Urteil des Bundes­gerichts­hofs (Az.: VIII ZR 107/13) die Verwaltungs- und Verfügungs­gewalt über das Miet­ver­hältnis wieder auf Sie über. Er­stattungen aus Neben­kosten­abrechnungen und die Kaution nach Beendigung des Miet­verhältnisses stehen Ihnen zu und müssen nicht abgegeben werden.



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Insolvenz, Tipps

AKTUALISIERT

4. April 2017