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AdvoNeo Ratgeber » Schuldenarten » Schulden bei der Krankenkasse

Schulden bei der Krankenkasse

Schulden bei der Krankenkasse Blutdruck Tabletten

Die Krankenkassen sind die Träger der Kranken­versicherung. Durch sie bekommen Sie Gesundheits­leistungen (Arzt­besuche, Krankenhaus­aufent­halte,...). Zahlen Sie Ihre Kranken­versicherungs­beiträge (bzw. Prämien bei privater Kranken­versicherung) nicht oder nicht in aus­reichender Höhe, haben Sie Schulden bei der Krankenkasse.

Die häufigsten Schulden bei der Krankenkasse ent­stehen dadurch, dass Versicherte (sowohl gesetzlich als auch privat versichert) ihre monatlich fälligen Beiträge bzw. Prämien wegen finanzieller Probleme nicht zahlen können.

Schulden bei der Krankenkasse bei bestehendem Versicherungsverhältnis

In Deutschland besteht eine allgemeine Kranken­versicherungs­pflicht.

Das bedeutet, jeder ist - unabhängig von der Berufs­gruppe (Angestellte, Studenten, Beamte, Renter und Selbstständige) - verpflichtet, sich entweder über eine gesetzliche oder über eine private Krankenkasse zu versichern.

Nicht für jeden besteht Gefahr, Schulden bei der Krankenkasse zu machen

Zählen Sie zu den Personen, die gesetz­lich pflicht­versichert sind, werden Ihre Kranken­versicherungs­beiträge im Regel­fall nicht von Ihnen selbst an die Krankenkasse gezahlt. Bei Angestellten, die über der gering­fügigen Beschäftigung und unterhalb der Versicherungs­pflicht­grenze (zurzeit 54.900 € jährlich) verdienen, führt der Arbeitgeber die Krankenkassen­beiträge für den Arbeit­nehmer ab. Bei Sozialhilfe­empfängern wird der Beitrag zur gesetzlichen Kranken­versicherung vom Sozial­amt übernommen, wenn die Voraussetzungen für die Hilfe zum Lebensunterhalt erfüllt sind.

Angestellte, deren Einkommen oberhalb der Ver­sicherungs­pflicht­grenze liegt, können in eine private Kranken­kasse wechseln, müssen dann aber für die Bezahlung der Beiträge selbst sorgen und können daher auch in Zahlungsverzug kommen.

Selbständige können sich frei­willig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern oder ebenfalls Mitglied einer privaten Kranken­versicherung werden. In beiden Fällen müssen sie eigenständig die rechtzeitige Bezahlung ihrer Beiträge sicherstellen.

Beamte sind keine Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse, sondern erhalten einen prozentualen Anteil für die Gesundheits­leistungen von ihrem Dienstherrn (sog. Beihilfe) und müssen den nicht gedeckten Betrag über eine private Versicherung absichern.

Die Gefahr, Schulden bei der Krankenkasse zu machen, besteht demnach für Selbstständige und Privat­versicherte.

Nur Menschen, deren Kranken­versicherungs­beiträge nicht auto­matisch von anderen Stellen (z.B. Arbeit­geber oder Sozial­amt) an die Krankenkasse gezahlt werden, können Schulden bei der Krankenkasse machen.

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Ablauf bei offenen Kranken­ver­sicherungs­beiträgen

Schulden bei der Krankenkasse Gesundheitskarte

Sind Sie kranken­versichert, zahlen Ihre Beiträge selbst und kommen mit einer Zahlung in Verzug, wird die offene Verbindlich­keit (meist kosten­pflichtig) gemahnt. Die Mahn­gebühren und einen Säumnis­zuschlag in Höhe von 1 % der Beitrags­schulden müssen Sie über­nehmen. Sind Sie mit Ihren Zahlungen mehr als zwei Monats­beiträge im Rückstand, schränken die Krankenkassen ihre Leistungen ein. Sie werden aus­schließlich bei akuten Erkrankungen und Schmerz­zuständen behandelt und erhalten lediglich unauf­schiebbaren Behandlungen zum Beispiel bei Schwanger­schaft. Es ist nicht möglich, Ihnen den Kranken­versicherungs­schutz zu kündigen (es sei denn Sie begehen eine Straf­tat). Statt­dessen ruht der Anspruch auf über unauf­schiebbare Leistungen hinaus­gehende Kranken­versicherungs­leistungen solange, bis die Schulden bei der Krankenkasse ausge­glichen werden.

Parallel zur oder im Anschluss an die Mahnung erfolgt die Weiter­gabe der Forderung an die Voll­streckungs­behörde. Bei Schulden bei der gesetz­lichen Krankenkasse ist dies das jeweils zuständige Haupt­zoll­amt. Bei privaten Kranken­kassen der Gerichts­vollzieher. Beide leiten Maßnahmen wie Kontopfändung, Sachpfändung oder Abgabe der Vermögensauskunft ein.

Ebenso wie das Finanzamt können die gesetzlichen Krankenkassen bereits aufgrund ihrer Beitrags­bescheide voll­strecken, müssen die Rück­stände also nicht bei Gericht einklagen. Private Krankenversicherungen dagegen müssen sich ihre Forderung durch ein gerichtliches Verfahren titulieren lassen (Voll­streckungs­bescheid oder Urteil) und können erst dann die Zwangs­vollstreckung betreiben.

Schulden bei der Krankenkasse durch Beitrags­nachzahlungen

Wer der Kranken­ver­sicherungs­pflicht nicht nach­kommt und weder privat noch gesetzlich kranken­versichert ist, muss bei Eintritt in eine Kranken­versicherung die versäumten Beiträge, die seit 2007 (bei gesetzlicher Krankenkasse) bzw. 2009 (bei privater Krankenversicherung) fällig geworden wären, nachzahlen. Hinzu kommt ein Säumnis­zuschlag.

Probleme ergeben sich hier­durch für Menschen, die über einen längeren Zeitraum ihrer Kranken­versicherungs­pflicht nicht nach­gekommen sind und dies nachholen wollen. Treten diese einer Krankenkasse bei, wird nicht nur der aktuelle Beitrag fällig sondern zusätzlich eine anhand des Einzel­falls berechnete Nachzahlung.

Seit 01.01.2014 können die Nach­zahlungen dadurch ermäßigt werden, dass Sie als neues Mitglied der Krankenkasse schrift­lich erklären, dass Sie in dem Zeitraum, in dem Sie nicht krankenversichert waren und für den sie nachzahlen, keine Leistungen in Anspruch genommen haben und auch nach­träglich auf eine Kosten­erstattung für Rechnungen verzichten. Ermäßigung bedeutet hierbei zurzeit ein monat­licher Beitrag von etwas über 40 €.

Schulden bei der Krankenkasse - und was nun?

Nehmen Sie umgehend Kontakt zu Ihrer Krankenkasse auf, wenn Sie merken, dass Sie Ihren Beitrag nicht oder nur zum Teil zahlen können. Insbesondere, wenn es sich um kurzfristige Zahlungs­probleme handelt, sind die meisten Krankenkassen bereit, Ihnen eine Ratenzahlung oder einen Vollstreckungs­aufschub zu gewähren.

Um die vollum­fänglichen Kranken­versicherungs­leistungen wieder zu erhalten, müssen entweder die aus­stehenden Verbindlich­keiten beglichen werden oder vereinbarte Raten­zahlungen einge­halten werden.

Fakten zu Schulden bei der Krankenkasse

  • Krankenversicherungspflicht in Deutschland
  • Gesetzlich pflichtversicherte Angestellte können keine Schulden bei der Krankenkasse machen
  • Selbstständige und Privatversicherte müssen Krankenkassenbeiträge selbst zahlen und können in Zahlungsverzug geraten
  • Bei offenen Verbindlichkeiten ruhen Leistungen, die über unabdingbare Behandlungen hinaus gehen
  • Vollstreckung der Schulden bei der Krankenkasse durch Pfändungen und Abgabe der Vermögensauskunft
  • Vollstreckung bei gesetzlicher Krankenkasse durch Hauptzollamt
  • Nachzahlungen versäumter Beiträge bei (Wieder-)Eintritt
  • Ermäßigung bei Beitragsnachzahlungen möglich
  • Kontakt zu Krankenkasse bei Zahlungsverzug aufnehmen und Ratenzahlung erbitten