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AdvoNeo Ratgeber » Schuldnerberatung & Tipps » Inkassogebühren – Was müssen Sie tatsächlich zahlen?





Inkassogebühren – Was müssen Sie tatsächlich zahlen?

Inkassogebühren berechnen

Wenn Gläubiger ihre Forderungen nicht erhalten, schalten Sie meist ein Inkasso­unternehmen ein, um diese beim Schuldner einzutreiben. Da dies von einigen Inkasso­büros mit fragwürdigen Mitteln, die sogar bis zur Grenze der Nötigung reichen, durchgeführt wird, hat das Wort Inkasso eine sehr negative Wirkung. Noch zusätzlich zu dem schlechten Gefühl, das mit einem Inkasso­schreiben zur Zahlungs­auf­forderung einhergeht. Und zusätzlich zu den bereits vorhandenen Schulden, sollen dann auch noch die Inkassogebühren gezahlt werden.

Wie die Inkassogebühren berechnet werden und wann und in welcher Höhe Sie diese zahlen müssen, sollten Sie wissen, wenn Sie Schulden haben. Denn es gilt in Ihrer angespannten Finanz­lage zu vermeiden, mehr zu zahlen, als Sie müssen.

Wieviele Inkassogebühren müssen wann gezahlt werden?

Zunächst einmal müssen Sie nur Inkassogebühren zahlen, wenn gegen Sie eine berechtigte Forderung besteht, mit der Sie im Verzug sind (Regelung zum Verzug in §286 BGB). Zum Beispiel, wenn Sie eine Rechnung nicht bezahlt haben und deswegen eine Mahnung erhalten haben. Beauftragt der zugehörige Gläubiger dann ein Inkassounternehmen, können für dessen Tätig­werden Gebühren von Ihnen gefordert werden.

Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass der Gläubiger keine unnötigen Kosten produzieren darf. Dies wird als Schadens­minderungs­pflicht bezeichnet und beinhaltet, dass die Kosten für die Beauftragung des Inkassounternehmens nicht die einer Beauftragung eines Rechts­anwalts übersteigen dürfen. Inkassobüros müssen sich also bei der Höhe der Inkassogebühren an die Rechts­anwalts­kosten des Rechts­anwalts­vergütungs­gesetzes (RVG) halten. Nr. 2300 RVG lässt dabei grundsätzlich (je nach Ermessen und bezogen auf den Aufwand) eine Geschäfts­gebühr zwischen 0,5- und 2,5-Gebühr zu. Jedoch ist laut Nr. 2300 RVG eine Grenze von 1,3-Gebühr gesetzt. Für alles, was über 1,3-Gebühr hinaus geht, muss nach­gewiesen werden, dass die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. Deshalb verlangen die meisten Inkassobüros einen 1,3-Gebühren­satz. Das bedeutet außerdem:

Je höher Ihre Forderung, desto höher auch die Inkassogebühren.

Dann müssen Sie keine Inkasso­kosten zahlen

Sie müssen keine Inkassokosten zahlen, wenn Sie der Forderung (im Beispiel der Rechnung) frist­gerecht wider­sprochen haben. Denn Inkassounternehmen sollen diejenigen, die versäumt haben zu zahlen, zum Begleichen der Forderung bringen und nicht diejenigen, die nicht zahlen wollen und wider­sprochen haben so beeinflussen, dass Sie aus Angst nun doch zahlen.

Haben Sie Ihren Gläubiger recht­zeitig, bevor dieser das Inkassounternehmen beauftragt hat, über Ihre eigene Zahlungs­unfähigkeit informiert, müssen Sie ebenfalls keine Inkassogebühren zahlen.

Wichtig: Prüfen Sie immer, ob das Inkassobüro, von dem Sie kontaktiert wurden, im Rechtsdiensteistungsregister eingetragen ist. Ansonsten müssen Sie nichts zahlen, da nur Inkassounternehmen mit einem solchen Eintrag Inkasso betreiben dürfen.

Inkassogebühren Tabelle

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Geschäfts­gebühren nach Anlage 2 des §13 Abs. 1 RVG.

Tabelle Inkassogebühren Anlage 2 §13 RVG

Beispiel: Sie sind mit einer Rechnung von 650,00€ in Verzug. Bei 1,3-Gebührensatz kann das Inkassobüro Ihres Gläubigers 104€ (1,3 x 80€) Geschäfts­gebühren verlangen (Netto).

Haben Sie Fragen zur Höhe, Berechnung, Rechts­grundlage oder weiteren Themen rund um Inkassogebühren, können Sie uns gerne um Rat fragen.



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KATEGORIE    

Schuldnerberatung, Tipps

AKTUALISIERT

7. Juni 2017