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AdvoNeo Ratgeber » Rechtsprechung » Schuldenfrei nach 3 Jahren – Ohne Insolvenz





26. September 2019

Schuldenfrei nach 3 Jahren – Ohne Insolvenz

Kontoauszug mit Sollsaldo

Vor mittlerweile 5 Jahren trat am 01.07.2014 die Insolvenzrechtsreform in Kraft. Viele Schuldner hofften damals durch eine mögliche Verkürzung der Laufzeit des Restschuld­verfahrens auf 3 Jahre auf eine schnellere Befreiung von Ihren Schulden. Doch was hat die Gesetzesreform tatsächlich bewirkt und wie können Sie schuldenfrei ohne Insolvenz werden?

Nach 3 Jahren schuldenfrei durch außergerichtlichen Vergleich?

Tartanbahn mit Nummern eins bis drei

Ja, das ist möglich. Wie sich gezeigt hat, haben es trotz Insolvenzrechtsreform nur sehr wenige Schuldner geschafft, durch die Insolvenz eine Restschuldbefreiung nach 3 Jahren zu erreichen.

Auch durch den außergerichtlichen Vergleich haben Sie die Möglichkeit, nach 3 Jahren schuldenfrei zu werden - In einigen Fällen sogar in kürzerer Zeit. Das Ziel dabei ist es immer eine Rückzahlungsvereinbarung mit festen monatlichen Raten mit Ihren Gläubigern zu treffen, durch die Sie nur noch einen Teil Ihrer ursprünglichen Schuldsumme zurückzahlen müssen. Da sowohl die Summe, als auch die Raten und der Zeitraum der Abzahlung zuvor mit Ihnen vereinbart werden, müssen Sie sich, anders als bei der Insolvenz, keine Sorgen darüber machen, ob Sie von der Restschuld befreit werden.

Durch einen außergerichtlichen Vergleich kann ein lang­jähriges Insolvenz­verfahren verhindert werden und am Ende sind Sie schuldenfrei.

Dass ein Insolvenzverfahren vermieden wird, bedeutet auch, dass Ihre finanzielle Situation nicht öffentlich wird und Sie nicht durch einen Insolvenzverwalter (früher "Treuhänder") überwacht werden. Sie sparen die Gerichtskosten und werden von der Wohl­verhaltens­periode und den damit einher­gehenden Pflichten, wie zum Beispiel die Abtretung der Hälfte einer Erbschaft, befreit.

Während des gesamten Entschuldungs­prozesses behalten Sie Ihre finanzielle Freiheit und können selbst entscheiden, wie sie zusätzliche Einnahmen einsetzen wollen. Bei einem Insolvenzverfahren würden alle Einnahmen über der Pfändungsfreigrenze grundsätzlich immer direkt an den Gläubiger gehen.

Was bedeutet ein Insolvenzverfahren für Sie?

  • Veröffentlichung der Eröffnung Ihres Insolvenzverfahrens im Internet
  • Ihr Arbeitgeber wird in der Regel vom Insolvenzverwalter über Ihr laufendes Verfahren informiert
  • Komplette Offenlegung der Vermögensverhältnisse
  • Abgabe des pfändbaren Teils Ihres Einkommens an den
    Insolvenzverwalter
  • Abgabe von 50% einer Erbschaft
  • Negativer Schufa-Eintrag
  • ...

    Mehr dazu unter Privatinsolvenz

Was sind die Vorteile des außergerichtlichen Vergleichs?

  • Diskretes Verfahren ohne Veröffentlichung im Internet
  • Ihr Arbeitgeber muss nicht von der Beauftragung der AdvoNeo Schuldnerberatung erfahren
  • Keine Überwachung durch den Insolvenzverwalter
  • Neben den vereinbarten monatlichen Raten freie Verfügung über Ihr Geld
  • Keine weiteren Zinsen oder Gebühren nach erfolgter Einigung mit Ihren Gläubigern
  • In der Regel deutliche Reduzierung Ihrer Schuldsumme
  • ...

    Mehr dazu unter Außergerichtlicher Vergleich

Aus diesen Gründen empfehlen wir weiterhin, vor allem nach den Ergebnissen der Insolvenzrechtsreform, dass Ihr Interesse als Schuldner darin liegen sollte, einen außergerichtlichen Vergleich zu erzielen. Eine professionelle Schuldnerberatung wie AdvoNeo übernimmt dabei den Kontakt und die Verhandlungen mit Ihren Gläubigern für Sie und kann durch ihre langjährige Erfahrung meistens eine Reduzierung Ihrer Schuldsumme erwirken.

Über Soforthilfe bei Schulden kostenlos anfragen können Sie eine Anfrage für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch bei AdvoNeo stellen, in dem wir mit Ihnen zusammen Ihre Möglichkeiten zu einem außergerichtlichen Vergleich besprechen.


Änderungen im Insolvenzrecht

Richterhammer Gesetz Bücher

Nach der Reform 2014 sollten Schuldner eine vollständige Restschuld­befreiung bereits nach 3 statt der üblichen 6 Jahren erreichen können, sofern sie in dieser Zeit mindestens 35% Ihrer Schulden bei den Gläubigern und die gesamten Kosten des Insolvenz­verfahrens innerhalb dieses Zeitraums zahlen konnten.

Im Juni 2018 wurden dann die Wirkungen des Gesetzes zur Verkürzung des Restschuld­befreiungs­verfahrens, also die Folgen der Insolvenzrechts­reform 2014, mit folgendem Ergebnis ausgewertet:
"Der Anteil der Schuldner, die eine vorzeitige Restschuld­befreiung erlangen konnten, liegt bei deutlich unter 2 Prozent und verfehlt daher die vom Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags vorgegebene Ziel­marke von 15 Prozent deutlich."


Zukünftige Änderungen im Insolvenzrecht

Nach der sehr eindeutigen Verfehlung des ursprünglichen Ziels der Insolvenz­rechts­reform 2014, wurde nun am 06. Juni 2019 eine neue EU-Richtlinie verabschiedet, nach der das Restschuld­befreiungs­verfahren für überschuldete Unternehmer und Verbraucher generell von 6 Jahren auf 3 Jahre verkürzt werden soll. Diese Richtlinie muss nach spätestens 3 Jahren in nationales Recht, also auch in Deutschland, umgesetzt werden. Offen bleibt bei der EU-Richtlinie jedoch, ob es im Zuge der generellen Verkürzung eventuell zur Verschärfung anderer Regeln, wie eine Einschränkung des Pfändungs­schutzes, kommen könnte. Dies gilt es vorerst abzuwarten.



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