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AdvoNeo Ratgeber » Schuldnerberatung & Tipps » Mahnung per Mail oder SMS zulässig?





7. Dezember 2017

Mahnung per Mail oder SMS zulässig?

Schock Handy Rechnung Mahnung

Das Smartphone vibriert: Eine neue E-Mail. Der Betreff ist Mahnung und auch im Text wird zur Zahlung der aus­stehenden Summe aufgefordert. Das kommt einem erst einmal komisch vor. Denn geht das überhaupt? Dürfen Mahnungen per Mail oder SMS verschickt werden?

Ja, eine Mahnung per E-Mail oder SMS ist zulässig.

Auf den ersten Blick wirkt eine solche E-Mail wie Spam – denn mit falschen Mahnungen versuchen Betrüger auf diesem Wege an Geld zu kommen.

Trotzdem ist die Zahlungs­aufforderung per E-Mail und auch die Zahlungs­aufforderung per SMS zulässig.

Vor allem, wenn Sie in der Rechnung eindeutig darauf hinge­wiesen wurden, wann der Zahlungs­termin ist. Denn dann bedarf es keiner Mahnung, damit Sie in Verzug geraten. In dem Fall wäre eine Mahnung per E-Mail oder SMS ein frei­williger Versuch des Gläubigers, Sie an die fehlende Summe zu erinnern. Grund­sätzlich könnte er auch direkt das gerichtliche Mahn­wesen einleiten.

Wo steht das im Gesetz?

Der Verzug des Schuldners ist in § 286 BGB geregelt. Das Gesetz schreibt hierbei keine bestimmte Form für die Mahnung des außer­gerichtlichen Mahn­verfahrens vor. Theoretisch würde auch ein Telefon­gespräch genügen, um Sie mit der Zahlung in Verzug zu setzen.

Beim gericht­lichen Mahn­verfahren sieht das anders aus. Mehr Informa­tionen unter Mahnverfahren  .

Bei Mahnungen per E-Mail oder SMS genau hinsehen

Sie sollten niemals ohne Prüfung auf eine Mahnung per E-Mail oder SMS mit der Zahlung der Summe an die in der Mail oder SMS angegebene Stelle reagieren.

Mahnung E-Mail Fälschung Lupe betrachen

Gehen Sie in sich und überlegen Sie: Kann es wirklich eine offene Forderung bei diesem Gläubiger geben?

Wenn ja, schauen Sie in Ihre Unterlagen oder loggen Sie sich falls vorhanden in Ihrem Online-Konto beim Gläubiger ein und prüfen Sie, in welcher Höhe die Forderung besteht und zu wann diese hätte gezahlt werden müssen.

Wenn Sie keine Unter­lagen dazu finden, rufen Sie beim Gläubiger an. Das ist zwar kein angenehmes Gespräch, so können Sie aber bei erstmaliger Nicht­zahlung die Situation klären und verhindern, dass direkt gericht­liche Schritte gegen Sie eingeleitet werden, die mit Kosten verbunden sind, die Sie als Schuldner tragen müssen.

Auch aus dem Hinter­grund, dass Mahnungen per SMS und E-Mail von einigen Schuldnern nicht ernst genommen werden und direkt gelöscht werden, wird häufig per Post gemahnt. Auch ist hier der Empfangs­nachweis meist einfacher. Wobei heut­zutage die meisten Unter­nehmen bereits auf Ihrer Rechnung darauf hinweisen, wann die Forderung fällig wird. So müssten sie laut § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB gar nicht mehr mahnen, bevor das gericht­liche Mahn­verfahren in Gang gesetzt werden kann.

Regelmäßige Mahnungen...

... können ein Zeichen dafür sein, dass die Finanzlage nicht im Gleich­gewicht ist. Wer regelmäßig Mahnungen erhält und abwägen muss, welche Forderung am dringendsten zu bezahlen ist, sollte darüber nachdenken, ob die monat­lichen Ausgaben zu den Einnahmen passen.

Zum Beispiel kann ein Haushalts­buch helfen einen Überblick darüber zu bekommen, wie viel Geld pro Monat zur Verfügung steht, wenn Miete, Raten für Kredite, Ver­sicherungen, Haushalts­kosten wie Lebens­mittel und Co. bereits abgezogen sind.

Hier können Sie unser kosten­loses Haushalts­buch als Excel herunter­laden:

Wer mehr Belastung hat, als Einnahmen, sollte frühest­möglich Hilfe suchen. Wenn aus Mahnungen bereits Mahn­bescheide und Vollstreckungs­bescheide werden, wird es immer schwieriger, ohne Verbraucher­insolvenz­verfahren aus der Schief­lage heraus zu kommen.



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