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Zappenduster: Strom abgestellt und nun?

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Nicht nur die Wohnung ist zappenduster, wenn der Strom abgestellt wird. Auch die Zukunft des Schuldners steht in keinem guten Licht, wenn Schulden beim Stromanbieter nicht zurück gezahlt werden können.

Ein häufiger Grund, weswegen der Strom abgestellt wird, ist die Nichtzahlung von Nachzahlungen. Für Menschen mit geringem Einkommen, deren Einnahmen gerade so die Ausgaben für einen Monat abdecken, können unerwartet hohe Strom­nach­zahlungen eine gefährliche Schuldenfalle darstellen, die zur Strom­sperre führen kann.

Was tun, wenn der Strom abgestellt wird?

Stromschulden zählen zu den sogenannten Primärschulden. Diese sollten Sie unbedingt als erstes begleichen. Denn wenn der Strom abgestellt wird, wird es ungemütlich. Kein Licht, kein Kühlschrank, kein Herd zum Kochen, keine Waschmaschine um die Kleidung zu waschen.

Bevor dies geschieht, ist Ihr Strom­anbieter nach §19 Abs. 2 Strom­grundver­sorgungs­verordnung (StromGVV) gesetzlich verpflichtet, Ihnen mindestens vier Wochen vor der angedrohten Stromsperre eine Ankündigung schicken. Diese enthält das Datum, an dem der Strom abgestellt werden soll und kann auch zusammen mit einer Mahnung geschehen.

Wenn Sie Ihnen angedroht wird, dass der Strom abgestellt wird oder Sie merken, dass Sie Ihre Strom­rechnung nicht oder nicht ganz zahlen können, melden Sie sich unbedingt bei Ihrem Energie­versorger. Schildern Sie diesem, warum Sie die Forderung nicht auf einmal in voller Höhe zurückzahlen können und machen Sie Angaben zu Ihren wirtschaftlichen und familiären Verhältnissen. Zwar sind nicht alle Abieter kulant, viele gewähren Ihnen jedoch je nach Situation die Zahlung der Strom­schulden in Raten. Insbesondere, wenn es sich um die Strom­nachzahlung handelt und die laufenden Kosten regelmäßig gezahlt werden. Sofern es Ihnen möglich ist, können Sie anbieten, eine Teilzahlung zu leisten und den Restbetrag nach und nach zusammen mit darauf­folgenden Rechnungen zu begleichen.

Haben Sie keinerlei Möglichkeit, Ihre Stromschulden zu bezahlen, können Sie als letzten Ausweg das Sozialamt oder das Jobcenter aufsuchen. Unter bestimmten Voraussetzungen gewähren Ihnen diese ein Darlehen, damit Sie die Schulden beim Stromanbieter begleichen können. Eine davon ist, dass Sie zuvor selbst versucht haben, die Situation zu lösen (zum Beispiel durch Anbieten von Ratenzahlungen). Dieses Darlehen müssen Sie ebenfalls im Regelfall in monatlichen Raten zurückzahlen. Empfangen Sie bereits Sozial­leistungen, ist die Strom­versorgung zudem in dem Regelsatz enthalten und eine Beihilfe zur Strom­versorgung un­wahr­scheinlich. Wird Ihnen als Sozialhilfe­empfänger ein Darlehen gewährt, wird dieses meist dadurch beglichen, dass monatlich eine geringe Menge der Sozialhilfe einbehalten wird.

Wann darf der Strom abgestellt werden?

Die Stromgrundversorgungsverordnung regelt genau, wann der Strom abgestellt werden darf:

  • die Unterbrechung der Versorgung muss vier Wochen vorher angedroht werden
  • der Zahlungsrückstand muss mindestens 100 € betragen
  • die tatsächliche Durchführung der Sperre muss drei Tage vorher angekündigt werden
  • die Folgen der Unterbrechung dürfen nicht außer Verhältnis zur Schwere der Zuwiderhandlung (z.B. Nichzahlung) stehen (durch die Unterbrechung darf nicht die Gesundheit von Kindern, Behinderten, Schwangeren oder Kranken gefährdet werden)
  • der Kunde hat nicht darlegt, dass hinreichende Aussicht besteht, dass er seinen Verpflichtungen (bei Stromschulden dem Ausgleich der Zahlungsrückstände) nachkommt

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Stromsperre nicht rechtens ist, können Sie zu Ihrem Amtsgericht gehen und eine einstweilige Verfügung gegen diese beantragen.

Wann wird die Stromsperre wieder aufgehoben?

Wurde Ihnen wegen Zahlungs­verzug der Strom abgestellt, muss die Versorgungs­unterbrechung unverzüglich aufgehoben werden, sobald Sie die offene Forderung vollständig beglichen haben und die Kosten für die Entsperrung übernommen haben. Je nach Stromanbieter variieren diese. Meistens liegen die Entsperrungs­kosten zwischen 20 und 100 €.



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KATEGORIE    

Schuldenfallen, Tipps

AKTUALISIERT

4. April 2017