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AdvoNeo Ratgeber » Schuldenfallen » Auswandern mit Schulden





Auswandern mit Schulden

Auswandern mit Schulden Flugzeug

Ein Haufen unbezahlter Rechnungen und Mahnungen und der große Wunsch, noch einmal von vorne anzufangen. Einigen Schuldnern kommt da schon mal der Gedanke, ob Auswandern mit Schulden eine Lösung wäre. Nur, was passiert dann eigentlich mit den Schulden?

Ist Auswandern mit Schulden nicht verboten?

Nein. Es ist egal, ob Sie verschuldet sind oder nicht, Sie können frei entscheiden, in welchem Land Sie leben wollen. Es sei denn Sie haben sich zuvor wegen Ihrer Schulden strafbar gemacht (beispiels­weise durch Kredit­betrug).

Das Auswandern mit Schulden erlaubt ist heißt jedoch nicht, dass Sie durch einen Umzug ins Ausland Ihre Schulden hinter sich lassen und von vorne beginnen können. Bleiben Sie innerhalb der EU, können Ihre Gläubiger durch den sogenannten europäischen Vollstreckungstitel die offenen Verbindlichkeiten bei Ihnen einholen, indem Sie zum Beispiel orts­ansässige Inkasso­unternehmen mit der Eintreibung beauftragen.

Deutschland hat zudem mit anderen Ländern Vollstreckungs­abkommen. Je nachdem welches Land Sie beim Auswandern mit Schulden anstreben, müssen Sie die Ein­wanderungs­bedingungen und Voll­streckungs­abkommen berück­sichtigen, um zu wissen, was mit den offenen Forderungen geschieht und ob trotz Ihrer Schulden einwandern dürfen. Länder wie die USA, Australien oder Kanada erfragen zum Beispiel für ein Visum stets einen Nachweis über finanzielle Mittel.

Bei der Abmeldung aus Deutschland sind Sie nicht verpflichtet, eine neue Anschrift zu hinterlassen. Wer dies nutzen will, um sich abzusetzen oder unterzu­tauchen sollte wissen, dass viele von den Gläubigern beauftragte Inkasso­unter­nehmen Melde- und Wähler­register durch­suchen oder versuchen, Sie per Internet­suche ausfindig zu machen.

Auswandern mit Schulden und Rückkehr nach Deutschland

Koffer auswandern mit Schulden

Es ist gängige Praxis, das sich Gläubiger einen vollstreckbaren Titel vom Gericht holen. Solche Vollstreckungs­titel sind 30 Jahre lang gültig - mit jedem erfolglosen Vollstreckungs­versuch startet die Ver­jährungs­frist von Neuem. Und schon das Minimum der Ver­jährung, 30 Jahre, sind eine lange Zeit, in der man selbst - vor allem durch das Leben im Ausland - eventuell nicht mehr daran denkt, dass die Schulden bestehen. Dann kommt noch hinzu, dass während der gesamten Zeit Zinsen und Säumnis­zuschläge dafür sorgen, dass die Schulden stetig anwachsen.

Wer beim Auswandern mit Schulden Deutsch­land ohne Angabe einer neuen Anschrift oder Abgabe der Vermögensauskunft verlassen hat, kann bei der Rückkehr ins Land sogar mit einer Strafanzeige wegen Betrugs oder einem vor­liegenden Haftbefehl konfrontiert werden. Und selbst wenn nicht, wird es durch die negativen SCHUFA-Einträge schwer, eine Wohnung, einen Mobil­funk­anbieter oder eine Bank zu finden.

Auswandern mit Schulden ist nicht immer zum Scheitern verurteilt

Für manche Menschen kann es Sinn machen, einen Neuanfang in einem anderen Land zu starten. Wenn zum Beispiel der Beruf in einem anderen Land wesentlich besser bezahlt wird und im Idealfall die Lebens­erhaltungs­kosten niedriger sind als in Deutschland, bleibt mehr Geld im Monat übrig, um die Schulden abzuzahlen. Oder jemand, der in Deutschland partout keinen Job findet, dessen Jobsuche im Ausland jedoch von Erfolg gekrönt ist. Beides klappt jedoch meist nur, wenn der Job bereits in feststeht und vertraglich geregelt ist. Wer in einem fremden Land erst noch auf Arbeitsuche gehen muss, benötigt Geld, um dies zu finanzieren. Für Auswanderer mit Schulden keine erfolgver­sprechende Option.

Auswandern mit Schulden muss gut durchdacht sein

Der Wunsch, alles hinter sich zu lassen und in einem neuen Land von vorne anzufangen, kann ein starker Antrieb für Schuldner sein. Damit dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann, muss jedoch viel büro­kraktischer Aufwand betrieben werden. Ein Visum und Einreise­bedingungen müssen recherchiert werden, die neue Sprache muss beherrscht werden und es muss Arbeit und Wohnung im Zielland gesichert werden. Dann wären da noch die Gänge zu den Behörden für die Ab­meldung und die benötigten Dokumente. Und es muss immer berück­sichtigt werden, dass Schulden nie einfach so verschwinden. Auch im neuen Land müssen diese beglichen werden.

Wer in ein anderes Land ziehen möchte, sollte in Erwägung ziehen, im Vorfeld die finanzielle Situation in Deutschland zu klären. Der Stress beim Auswandern mit Schulden und mögliche Schulden­fallen bei der Rückkehr werden so vermieden. Einem echten Neustart stehen so zumindest keine Schulden mehr im Wege.



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Schuldenfallen

AKTUALISIERT

4. April 2017