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AdvoNeo Ratgeber » Entschuldung & Schuldnerberatung & Tipps » Mitwirkung des Schuldners bei der Schuldenregulierung





Mitwirkung des Schuldners bei der Schuldenregulierung

Es ist nie sehr angenehm für verschuldete Menschen, wenn sie sich mit ihren Problemen an eine Schuldnerberatung wenden müssen. Meist fällt der Schritt sogar persönlich so schwer, dass viel wertvolle Zeit vergeht und die finanzielle Situation sich nur noch verschärft.

Daher ist es wichtig zu wissen, dass ein guter Berater seine Arbeit immer ohne persönliche Wertungen oder gar Vorwürfe gegenüber dem Hilfe suchenden Schuldner aufnimmt, auch wenn man bei TV-Schuldner­beratern manchmal einen anderen Eindruck bekommen könnte.

Andererseits entstehen für die Berater immer wieder Ver­zögerungen und Schwierigkeiten bei der zügigen Bearbeitung, weil die Schuldner die Ordnung und den Überblick über ihre Finanzen verloren haben. Nicht selten wandern Rechnungen, Zahlungs­erinnerungen oder gar Mahn­bescheide ungeöffnet in die Schublade, weil der Schuldner sich einfach überfordert fühlt.

Viele Schuldner wissen z.B. gar nicht mehr genau, wieviel Schulden sie genau bei wem haben. Wir halten daher viele Checklisten und Übersichts­bögen als Hilfe­stellung für unsere Mandanten bereit, die die Erfassung der persönlichen Schulden­situation erleichtern, sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Ausgaben. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass die Angaben vollständig erfasst werden.

Wo habe ich Schulden und gibt es schon Einigungs­versuche?

Viele Verzögerungen und Probleme entstehen z.B., wenn Mandanten auch nur einen einzigen Gläubiger übersehen oder vergessen haben, während die Verhandlungen von unserer Seite schon angelaufen sind. Im günstigsten Fall kann es noch mit zusätzlichem Arbeitsaufwand nachgereicht werden, im schlechtesten Fall scheitern aber alle Verhandlungs­bemühungen und die Vergleichs­verhandlungen mit den Gläubigern insgesamt.

Eine zweite wichtige Mitwirkung des Schuldners liegt in der zügigen Umsetzung unserer empfohlenen Sofort­maßnahmen und die Beherzigung anwaltlicher Ratschläge. Oft betrifft das z.B. die schnelle Eröffnung eines neuen Kontos, weil sonst Pfändungen und Fremd­zugriffe auf das Einkommen nicht wirksam verhindert werden können. Ebenso kann es ganz wichtig sein, dass der Schuldner keine "Alleingänge" bei den Gesprächen mit einzelnen Gläubigern oder gar Zahlungen durchführt. Eine klare Verhandlungs­strategie des Schuldneranwalts würde dann immer wieder gestört.

Der dritte wesentliche Punkt betrifft finanzielle Veränderungen bei den Schuldnern, die während der Bearbeitung auftreten. So kann es passieren, dass sich z.B. durch Kurzarbeit oder auch durch die Aufnahme einer weiteren Neben­tätigkeit die Einnahmeseite verändert, zum Schlechten wie zum Guten. Auch kommt es leider vor, dass weitere Schulden mitten in der Bearbeitungsphase anfallen. Ohne umgehende Information an die bearbeitende Schuldnerberatungs­stelle ist in solchen Fällen erneut der gesamte Verhandlungserfolg bedroht.

Je mehr inbesondere zu Beginn vom Schuldner mitgewirkt wird, desto schneller und größer die Aussicht auf ergolreiche Schulden­regulierung

Mit einer aktiven und recht­zeitigen Mitwirkung des Schuldners können also die allermeisten Probleme, die während einer Schuldnerberatung anfallen, verhindert werden Die Chance auf ein Leben ohne ständige Zahlungs­unfähigkeit ist dann auch ohne den jahre­langen Weg einer Privatinsolvenz erreichbar.



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AKTUALISIERT

30. März 2017