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AdvoNeo Ratgeber » Rechtsprechung & Tipps » Heute nicht – Gerichtsvollzieher Termin absagen, verschieben oder gar verpasst?





13. August 2020

Heute nicht – Gerichtsvollzieher Termin absagen, verschieben oder gar verpasst?

Schlüssel Haustür offen Wohnung Gerichtsvollzieher

Die Zwangs­voll­streckung wird in aller Regel vom Gerichts­vollzieher durchgeführt (§ 753 BGB). Dieser darf sogar Ihren aktuellen Wohnsitz ermitteln, die Wohnung im Rahmen der Sachpfändung nach Wert­gegen­ständen durchsuchen, Haustüren aufbrechen und als letztes Mittel Gewalt unter Hinzuziehung von Polizei­beamten anwenden.

Kann man den Gerichts­vollzieher Termin verschieben?

Es gibt kein Recht darauf, einen Gerichts­vollzieher Termin verschieben oder absagen zu können.

Trotzdem lassen sich die meisten Gerichts­vollzieher auf eine Verschiebung des ersten Termins ein, wenn Sie sich im Vorfeld bei ihnen melden.

Zeigen Sie, dass Sie zur Kooperation bereit sind. Hat der Gerichts­vollzieher ein kooperatives Bild von Ihnen, wird er sich eher auf einen zeit­lichen Aufschub einlassen. Es geht nicht zuletzt auch um Vertrauen.

Sollten Sie aufgrund einer Krankheit ver­hindert sein, ist es ratsam, den Gerichtsvollzieher zu informieren und besten­falls ein Attest vorzulegen.

Kann man einen Gerichtsvollzieher Termin absagen?


Icon grün grau Achtung Warndreieck Einen Termin mit dem Gerichts­vollzieher können Sie nicht absagen.

Letztlich ist die die Zwangs­voll­streckung ein Mittel, um einen rechts­kräftigen Anspruch des Gläubigers durchzu­setzen. Daher gibt es kein Recht, diese Zwangs­voll­streckung zu verlegen oder gar abzusagen.

Die Zwangsvollstreckung ist für Schuldner sehr unangenehm. Wir als anwalt­liche Schuldner­beratung verstehen das und sind dafür da, die nötigen Schritte zu unternehmen: Wir befreien Sie von der Last der recht­lichen Fristen und den Anrufen der Gläubiger und ermöglichen Ihnen durch außer­gerichtliche Verhandlungen die Schulden­freiheit.


Gerichtsvollzieher Termin verpasst – und nun?

In der Praxis wird die Sach­pfändung nur noch selten durch­geführt, weil sich diese in den meisten Fällen nicht lohnt. Deswegen bedeutet ein Termin mit Gerichts­vollzieher meistens, dass Sie die Vermögens­auskunft abgeben sollen (§ 802f ZPO).

Icon grün grau Achtung Warndreieck

Wenn Sie bereits den ersten Termin zur Abgabe der Vermögensauskunft mit dem Gerichtsvollzieher verpassen oder einfach nicht wahrnehmen, kann und wird der Gerichtsvollzieher einen Haftbefehl gegen Sie erwirken.

Handschellen Verhaftung Gerichtsvollzieher Festnahme Zwangshaft

Beim zweiten Termin wird dann die Abgabe der Vermögensauskunft erzwungen – sollten Sie sich weigern, kommt der Gerichtsvollzieher mit der Polizei, sie werden verhaftet und sitzen solange in Zwangshaft, bis Sie die Vermögensauskunft abgeben – maximal jedoch sechs Monate.

In bestimmten Fällen macht es Sinn, Widerspruch einzulegen. Damit kann Zeit gewonnen werden, um eine eventuelle gütliche Einigung mit dem Gläubiger anzustreben.

Vergessen Sie nicht, dass der Gerichts­voll­zieher auch ein Mensch ist. Es lässt sich in der Regel mit ihm reden. Oftmals kann ein Termin zur Zwangsvollstreckung um einige Wochen verlegt werden, soweit Sie einen plausiblen Plan vorlegen, wie Sie den Gläubiger befriedigen können.

Wenn Sie eine anwaltliche Schuldner­beratung beauftragen, geben Ihnen manche Gerichtsvollzieher mehr Zeit, damit eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zustande kommen kann.

Leichter gesagt als getan: Es nicht so weit kommen lassen

Domino Stop Schulden loswerden

Für jeden Menschen ist das Erscheinen eines Gerichtsvollziehers ein unangenehmes Gefühl. Nachbarn bekommen dies mit und das Eindringen in den geschützten Wohnbereich kann ein Gefühl der Ohnmacht bewirken.

Wer rechtzeitig über den eigenen Schatten springt hat die Chance, dieses Gefühl zu vermeiden und stattdessen vollständig schulden­frei zu werden – ohne Privatinsolvenz und ohne Gerichts­vollzieher.

Der Weg der Zwangs­vollstreckung über die Abgabe der Vermögensauskunft ist langwierig und kostet den Gläubiger Geld. Eine anwaltliche Schuldnerberatung wie AdvoNeo kann für Sie eine außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern treffen, durch die ein Gläubiger in der Regel mehr Geld zurückbekommt und Ihnen als Schuldner der Gerichtsvollzieher erspart bleibt. Bei Erfolg muss nicht mehr die gesamte Schuldsumme zurückgezahlt werden und die monatlichen Raten des Schuldners werden reduziert.

Mehr zu dieser Möglichkeit der Entschuldung unter außergerichtlicher Vergleich   .

Zwangs­vollstreckung unrechtmäßig - was tun?

In der Zivil­prozess­ordnung (ZPO) sind einige Rechts­behelfe geregelt, mit denen Sie sich gegen Zwangs­vollstreckungs­maßnahmen wehren können. Diese finden sich unter anderem in den §§ 766, 767, 771 ZPO. Zudem steht Ihnen die sofortige Beschwerde gemäß § 793 ZPO zur Verfügung. Da es sich hier um prozessuale Maßnahmen handelt, sollte anwaltlicher Rat hinzuge­zogen werden – so müssen zum Beispiel Fristen eingehalten werden und je nach Einzel­fall bringen andere Rechts­normen ein günstigeres Ergebnis.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Beitrag Zwangsvollstreckung abwenden



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