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AdvoNeo Ratgeber » Pfändung & Rechtsprechung » Neue Pfändungsfreigrenze 2019





29. Juli 2019

Neue Pfändungsfreigrenze 2019

Kalender eingekreist 01. Juli

Zwei Jahre sind rum und nun ist es wieder soweit: Zum 01.07.2019 wird die Pfändungs­freigrenze von vormals 1.139,99 € auf 1.179,99 € erhöht. Die meisten Banken und Unternehmen stellen automatisch um, trotzdem sollten Sie im Juli besonders aufpassen, dass die Erhöhung auch bei Ihnen berück­sichtigt wurde. Sonst bekommen Sie womöglich noch weniger Geld, als Ihnen zusteht.

Der Pfändungs­frei­betrag ist der Betrag, der unpfändbar ist und Ihnen als Schuldner monatlich zur Verfügung steht. Er ist vollständig vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und steht zu Ihrer freien Verfügung. Der Gedanke dahinter ist, dass trotz Überschuldung und Pfändung eine Existenz­grundlage gesichert sein muss. In der Folge haben durch die Erhöhung der Pfändungs­frei­grenze 2019 viele Schuldner etwas mehr Geld im Monat zur Verfügung.

Erhöhung Pfändungsfreigrenze 2019 nach steuerlichem Grundfreibetrag

Der Wert der Erhöhung der Pfändungs­frei­grenze 2019 richtet sich dem steuerlichen Grund­frei­betrag. Dieser Betrag stellt sicher, dass das ermittelte Existenzminimum, also das, was man zum Leben mindestens an Einkommen braucht, nicht besteuert wird. Der Grundfreibetrag ist gestiegen. Das bedeutet, dass auch die Pfändungsfreigrenze ab 01. Juli um 60 € auf 1.179,99 € an­gehoben wird. Dies kann alle Schuldner freuen, die sich mit einer Pfändung ausein­ander­setzen müssen, da sie nun monatlich mehr Geld zur Verfügung haben werden.

Neue Pfändungstabelle 2019

Im Anhang der gesetzlichen Bekannt­machung zur Erhöhung der Pfändungs­freigrenze ist eine sehr detaillierte Pfändungs­tabelle (für pfändbare Beträge sowohl nach Monaten als auch nach Wochen und nach Tagen) abgebildet. Wir haben die monatliche Pfändungstabelle zusammengefasst, um Ihnen einen Überblick über die Änderungen der Höhe der Beträge der Pfändungsfreigrenze 2019 zu geben. Hier gehts zur vollständigen Pfändungs­tabelle.

Pfändungstabelle 2019 verkürzt dargestellt

Diese angepassten Beträge gelten nun wieder zwei Jahren - also bis zum 30.06.2021.

Beispiel:
Sie verdienen 1.985 € Netto im Monat, sind unverheiratet und haben 1 unterhaltspflichtiges Kind. Somit beträgt der pfändbare Betrag bei Ihnen 178,92 €. Wenn Sie nun den pfändbaren Betrag von Ihrem Nettolohn abziehen [1.985 € - 178,92 € = 1.806,08 €] erhalten Sie den Betrag, der Ihnen monatlich noch zur Verfügung steht, nämlich 1.806,08 €.

Neue Pfändungsfreigrenze auch für P-Konto

Die Erhöhung der Pfändungsfreigrenze 2019 hat nicht nur Auswirkungen auf das Arbeits­einkommen. Auch für Menschen mit einer Kontopfändung und einem Pfändungsschutzkonto gilt die Anhebung. Das bedeutet, dass sich der Sockel­betrag erhöht. Die Banken dürfen demnach ab Juli erst ab 1.178,59 € den darüber liegenden Betrag an die Gläubiger überweisen.

Dieser Sockelfreibetrag kann allerdings, wenn Sie verheiratet sind oder Kinder haben, trotzdem als Lebensgrundlage nicht ausreichen. In diesem Fall können Sie einen Antrag stellen und somit Ihren Freibetrag erhöhen. Von der Änderung am 01. Juli profitieren Sie auch in diesem Fall. Waren es bisher 426,71 € die für die erste Person jeden Monat dazu kamen, sind es nun 443,57 €. Und jede weitere Person kann ab Juli die Pfändungs­freigrenze monatlich um jeweils weitere 247,12 € anheben (seit 2017 waren es 237,73 €).

Auch Kindergeld erhöht den Betrag auf Ihrem P-Konto, der vor Ihren Gläubigern geschützt ist. In unserem Blogbeitrag zur Kindergelderhöhung 2019 können Sie die aktuelle Höhe des Kindergeldes nachlesen.

Rechtsgrundlage Pfändungsfreigrenze 2019

Die Regelungen zum Pfändungs­frei­betrag finden sich in § 850c Pfändungs­grenzen für Arbeits­einkommen und § 850f Änderung des unpfändbaren Betrages der Zivil­prozess­ordnung (ZPO).

Der Abschnitt, in dem diese Regelungen festge­halten sind, gliedert sich wie folgt in der ZPO:

Buch 8 - Zwangsvollstreckung (§§ 704 - 945b)
  Abschnitt 2 - Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen (§§ 802a - 882h)
     Titel 2 - Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen (§§ 803 - 863)
        Untertitel 3 - Zwangsvollstreckung in Forderungen und andere Vermögensrechte (§§ 828 - 863)



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Pfändung, Rechtsprechung

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