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AdvoNeo Ratgeber » Pfändung & Rechtsprechung » Neue Pfändungsfreigrenze 2019





30. Oktober 2019

Neue Pfändungsfreigrenze 2019

Kalender eingekreist 01. Juli

Zwei Jahre sind rum und nun ist es wieder soweit: Zum 01.07.2019 wird die Pfändungs­freigrenze von vormals 1.139,99 € auf 1.179,99 € erhöht. Die meisten Banken und Unternehmen stellen automatisch um, trotzdem sollten Sie im Juli besonders aufpassen, dass die Erhöhung auch bei Ihnen berück­sichtigt wurde. Sonst bekommen Sie womöglich noch weniger Geld, als Ihnen zusteht.

Der Pfändungs­frei­betrag ist der Betrag, der unpfändbar ist und Ihnen als Schuldner monatlich zur Verfügung steht. Er ist vollständig vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und steht zu Ihrer freien Verfügung. Der Gedanke dahinter ist, dass trotz Überschuldung und Pfändung eine Existenz­grundlage gesichert sein muss. In der Folge haben durch die Erhöhung der Pfändungs­frei­grenze 2019 viele Schuldner etwas mehr Geld im Monat zur Verfügung.

Auch das Kindergeld hat sich zum 01. Juli 2019 erhöht. Mehr dazu hier.

Erhöhung Pfändungsfreigrenze 2019 nach steuerlichem Grundfreibetrag

Der Wert der Erhöhung der Pfändungs­frei­grenze 2019 richtet sich dem steuerlichen Grund­frei­betrag. Dieser Betrag stellt sicher, dass das ermittelte Existenzminimum, also das, was man zum Leben mindestens an Einkommen braucht, nicht besteuert wird. Der Grundfreibetrag ist gestiegen. Das bedeutet, dass auch die Pfändungsfreigrenze ab 01. Juli um 60 € auf 1.179,99 € an­gehoben wird. Dies kann alle Schuldner freuen, die sich mit einer Pfändung ausein­ander­setzen müssen, da sie nun monatlich mehr Geld zur Verfügung haben werden.

Neue Pfändungstabelle 2019

Im Anhang der gesetzlichen Bekannt­machung zur Erhöhung der Pfändungs­freigrenze ist eine sehr detaillierte Pfändungs­tabelle (für pfändbare Beträge sowohl nach Monaten als auch nach Wochen und nach Tagen) abgebildet. Wir haben die monatliche Pfändungstabelle zusammengefasst, um Ihnen einen Überblick über die Änderungen der Höhe der Beträge der Pfändungsfreigrenze 2019 zu geben. Hier gehts zur vollständigen Pfändungs­tabelle.

Pfändungstabelle 2019 verkürzt dargestellt

Diese angepassten Beträge gelten nun wieder zwei Jahren - also bis zum 30.06.2021.

Beispiel:
Sie verdienen 1.985 € Netto im Monat, sind unverheiratet und haben 1 unterhaltspflichtiges Kind. Somit beträgt der pfändbare Betrag bei Ihnen 178,92 €. Wenn Sie nun den pfändbaren Betrag von Ihrem Nettolohn abziehen [1.985 € - 178,92 € = 1.806,08 €] erhalten Sie den Betrag, der Ihnen monatlich noch zur Verfügung steht, nämlich 1.806,08 €.

Neue Pfändungsfreigrenze auch für P-Konto

Die Erhöhung der Pfändungsfreigrenze 2019 hat nicht nur Auswirkungen auf das Arbeits­einkommen. Auch für Menschen mit einer Kontopfändung und einem Pfändungsschutzkonto gilt die Anhebung. Das bedeutet, dass sich der Sockel­betrag erhöht. Die Banken dürfen demnach ab Juli erst ab 1.178,59 € den darüber liegenden Betrag an die Gläubiger überweisen.

Dieser Sockelfreibetrag kann allerdings, wenn Sie verheiratet sind oder Kinder haben, trotzdem als Lebensgrundlage nicht ausreichen. In diesem Fall können Sie einen Antrag stellen und somit Ihren Freibetrag erhöhen. Von der Änderung am 01. Juli profitieren Sie auch in diesem Fall. Waren es bisher 426,71 € die für die erste Person jeden Monat dazu kamen, sind es nun 443,57 €. Und jede weitere Person kann ab Juli die Pfändungs­freigrenze monatlich um jeweils weitere 247,12 € anheben (seit 2017 waren es 237,73 €).

Auch Kindergeld erhöht den Betrag auf Ihrem P-Konto, der vor Ihren Gläubigern geschützt ist. Weiter unten in diesem Beitrag können Sie alles zur Erhöhung des Kindergeldes 2019 nachlesen.

Rechtsgrundlage Pfändungsfreigrenze 2019

Die Regelungen zum Pfändungs­frei­betrag finden sich in § 850c Pfändungs­grenzen für Arbeits­einkommen und § 850f Änderung des unpfändbaren Betrages der Zivil­prozess­ordnung (ZPO).

Der Abschnitt, in dem diese Regelungen festge­halten sind, gliedert sich wie folgt in der ZPO:

Buch 8 - Zwangsvollstreckung (§§ 704 - 945b)
  Abschnitt 2 - Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen (§§ 802a - 882h)
     Titel 2 - Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen (§§ 803 - 863)
        Untertitel 3 - Zwangsvollstreckung in Forderungen und andere Vermögensrechte (§§ 828 - 863)


Auch das Kindergeld erhöht sich 2019

Ab Montag, den 01.07.2019 gilt auch die Erhöhung des Kindergeldes, die im Juni 2018 vom Bundeskabinett als erster von zwei Schritten be­schlossen wurde. Damit bekommen Eltern mit Wohnsitz in Deutsch­land für jedes Kind zusätzliche 10 € im Monat. Der aktuelle Betrag für das erste und zweite Kind beträgt dadurch jeweils 204 €. Im zweiten Schritt wird das Kindergeld 2021 erneut um 15 € angehoben werden.

Beispiele für Kindergeldzahlungen 2019

Eine Familie mit drei Kindern unter 18 Jahren erhält:

   Kind 1: 204 €
+ Kind 2: 204 €
+ Kind 3: 210 €
= 618 € Kindergeld

Wird das älteste Kind mit abge­schlossener Ausbildung und eigenem Einkommen 18 Jahre, besteht kein Anspruch mehr auf Kindergeld, die beiden jüngeren Kinder rücken an die Stelle des ersten und zweiten Kindes. Somit erhält die Familie:

   Kind 1: 0 €
+ Kind 2: 204 €
+ Kind 3: 204 €
= 408 € Kindergeld

Weitere Informationen rund um Fragen zum Thema Kindergeld hat das Bundes­zentralamt für Steuern in einem Merkblatt als PDF aufgeführt.

Entwicklung der Kindergelderhöhungen seit 2009

Das Diagramm zeigt eine Übersicht über die Kindergeld Ent­wicklung seit dem Jahr 2009, sowie die zukünftige Erhöhung im Jahr 2021.

Diagramm Entwicklung Kindergeld 2009 bis 2021

Schuldner mit einem oder mehreren Kindern sollten über die Änderungen Bescheid wissen, da sich dadurch Veränderungen von Einnahmen und gegebenen­falls Ausgaben (zum Beispiel durch Zahlung von Unterhalt) ergeben. Wer im Vorfeld über die Veränderung Bescheid weiß, erspart sich even­tuellen Streit wegen der höheren Unterhalts­zahlung oder kann sich freuen, mehr Kindergeld ausge­zahlt zu bekommen. Diejeneigen, die ein Haushaltsbuch führen, sollten (zum Beispiel bei Excel) die monatlichen fixen Einnahmen sowie die Fix­kosten anpassen, damit es keine Unstimmig­keiten mit den tatsächlichen Finanzen gibt.

Sind Sie von einer Pfändung betroffen und besitzen daher ein Pfändungsschutzkonto? Auch hierbei macht sich die Kindergelderhöhung 2019 bemerkbar, denn das Kindergeld wird zu Ihrem unpfändbaren Betrag hinzugerechnet und ist vor einer Pfändung durch Ihre Gläubiger geschützt. So haben Sie ab Juli mehr Geld im Monat zur Verfügung.

Überblick Erhöhung Pfändungsfreigrenze und Kindergeld 2019

Pfändungsfreigrenze

Erhöhung Pfändungsfreigrenze von 1.139,99 € auf 1.179,99 € zum 01.07.2019

Erhöhung Sockelfreibetrag auf 1.178,59 € zum 01.07.2019

Kindergeld

  • 10 € mehr ab 01.07.2019
    Kind 1 & 2 - 204 €
    Kind 3 - 210 €
    Kind 4 - 235 €

  • 15 € mehr ab 01.01.2021

  • Das Kindergeld kann nicht gepfändet werden

→ Sie haben mehr Geld im Monat zur Verfügung





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Pfändung, Rechtsprechung

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