FB Pixel
Ausfüllen Pfeil Abschicken Pfeil Fertig
Der schnelle Weg. Füllen Sie folgendes Formular aus, damit wir Ihnen helfen können.
Falls Sie Hilfe oder Erklärung benötigen, erreichen Sie uns während der Gesprächszeiten unter 040 / 23 88 10 10.

*
*
*
*
*
*
*
AdvoNeo Ratgeber » Pfändung » Kontopfändung

Kontopfändung

Kontopfändung Kontoauszug gepfändet

Die Kontopfändung ist eine von Gläubigern häufig genutzte Möglichkeit, das Geld, das Sie diesen schulden, zurückzubekommen. Dabei werden - wie der Name schon sagt - Ihre Konten gepfändet, wobei Ihr Guthaben nach einer Kontosperrfrist von zwei Wochen an die Gläubiger überwiesen wird. Dieses Geld können Sie nicht zurückbekommen.

Wird Ihnen eine Kontopfändung mitgeteilt, müssen Sie umgehend handeln. Dafür haben Sie zwei Wochen Zeit, in denen Ihr Konto, wie bereits erwähnt, gesperrt ist. Während dieser Zeit können Sie den nicht pfändbaren Betrag sichern.

Bei der Kontopfändung werden nicht nur das Girokonto, sondern auch Sparbücher, Kreditkarten oder andere vermögenswirksame Anlagen wie Termineinlagen gepfändet.

Die zweiwöchige Kontosperre bewirkt, dass Sie nicht über Ihre Geldbeträge verfügen können. Eine Aufhebung dieser Sperre kann durch Ruhen der Pfändung (wenn Ratenzahlungen mit den Gläubigern vereinbart wurden) im Einverständnis mit dem Gläubiger geschehen. Der Gläubiger kann die Pfändung bei einer Ratenzahlung auch vollständig zurücknehmen, er ist dazu aber nicht verpflichtet. Wenn die Forderung vollständig bezahlt ist, muss die Kontopfändung aufgehoben werden.

Voraussetzungen für die Kontopfändung

Eine Kontopfändung ist nur möglich, wenn

  1. Ihr Gläubiger einen vollstreckbaren Titel gegen Sie besitzt. Dies geschieht meistens, wenn Sie dem Mahnbescheid des Gläubigers nicht fristgerecht widersprochen haben (zum Beispiel weil die Forderung gerechtfertigt ist) und dieser dann einen Vollstreckungsbescheid beantragt.
  2. ein vollstreckbarer Titel besteht, mit dem der Gläubiger sich einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB) von einem Gericht hat ausstellen lassen. Im PfÜB-Antrag muss Ihr Gläubiger Ihre Bankverbindung nennen. Das Gericht schickt Ihrer Bank den PfÜB mit der Aufforderung, alles Pfändbare an den aufgeführten Gläubiger zu überweisen.

Sie sind nicht verpflichtet, Ihre Kontonummern anzugeben, solange Sie keine Vermögensauskunft (früher Eidesstattliche Versicherung) abgeben müssen.

Tricks der Gläubiger, um die Bankverbindung herauszufinden

Viele Gläubiger versuchen zunächst bei den großen Banken und Sparkassen ihr Glück, um die Bankverbindung des Schuldners in Erfahrung zu bringen und bei diesem die Kontopfändung zu veranlassen. Das kann zum Beispiel durch Ausprobieren beim Beantragen von Pfändungsbeschlüssen versucht werden. Manche Gläubiger rufen Ihre Schuldner an, um Ihnen Ihre Kontodaten zu entlocken. Wird eine Sachpfändung durch einen Gerichtsvollzieher durchgeführt, besteht sogar die Möglichkeit, dass dieser nach der Bankverbindung sucht, damit zusätzlich eine Kontopfändung beantragt werden kann.

Das können Sie bei drohender Kontopfändung tun

Wenn eine Konto­pfändung wahrscheinlich ist, können Sie ein neues Konto bei einer anderen Bank eröffnen, mit der Sie bisher keinerlei Geschäfts­beziehung hatten. Auf diesem Konto kann ihr Einkommen eingehen und Sie können wie gewohnt Bank­geschäfte durchführen. Teilen Sie dieses neue Konto unter keinen Umständen Ihrer alten Bank und Ihren Gläubigern mit. Das bestehende Konto sollten Sie weiterlaufen lassen, jedoch ohne jemals Überweisungen zum oder vom neuen Konto dorthin durchzuführen (nur Bar­einzahlungen vornehmen). Dieses Konto können Sie auf Nachfrage oder im Briefkopf Ihrer Schreiben Ihren Gläubigern mitteilen. Diese werden daraufhin erst einmal versuchen, von dem ihnen bekannten Konto zu pfänden – mit geringem Erfolg.

Dies funktioniert nicht bei Schulden beim Finanzamt, da dieses Einsicht in Ihre gesamten deutschen Konten hat und auch die Befugnis hat, auf all diesen eine Kontopfändung durchzuführen.

Eine weitere Möglichkeit ist, so viel wie möglich durch die Verwendung von Bargeld zu erledigen. Das Begleichen regelmäßiger Zahlungen wie Miete, Wasser und Strom als Barzahlung ist umständlich. Jedoch können Sie Einkäufe und ähnliches über Bargeld durchführen, sodass sich keine hohen Summen auf Ihrem gepfändeten Konto ansammeln, die dann dem Gläubiger überwiesen werden.

Das können Sie bei bestehender Kontopfändung tun

Seit 01.01.2012 besteht Pfändungs­schutz ausschließlich bei Pfändungsschutzkonten (P-Konten). Da es bis 2011 keine Pfändungs­schutz­konten gab, galten andere Regelungen. Finden Sie etwas zur Kontenfreigabe nach § 850 k ZPO, sind diese Quellen veraltet.

Wenn bei Ihnen eine Kontopfändung durchgeführt wird, müssen Sie selbst dafür sorgen, dass Sie durch Eröffnung eines Pfändungs­schutz­kontos den unpfändbaren Betrag sichern, der Ihnen jeden Monat zur Verfügung steht. Wie dies geht und was es zu beachten gibt lesen Sie auf der Seite zum Pfändungs­schutzkonto.

Fakten zur Kontopfändung

  • Kennt Ihr Gläubiger Ihre Bankverbindung nicht, kann er keine Kontopfändung durchführen
  • Gläubiger benötigt vollstreckbaren Titel
  • Sie müssen Ihre Bankverbindung nicht mitteilen (Ausnahme: Vermögensauskunft)
  • Kontosperre kann durch ruhende Pfändung aufgehoben werden
  • Unbedingt ein Pfändungsschutzkonto beantragen
  • Nutzen Sie Bargeld, um hohen Summen auf dem Konto zu vermeiden
  • Professionelle Hilfe schützt vor Fehlern wegen Unwissenheit

Bei Kontopfändung schnell handeln und Geld sichern

Da eine Kontopfändung mit vielen rechtlichen Kniffen und Fristen verbunden ist, empfehlen wir, dass Sie sich in jedem Fall Hilfe von einem Rechtsanwalt, einer öffentlichen Beratungs­stelle (bedenken Sie hier die lange Wartezeit - sie haben nur zwei Wochen Zeit) oder einer anwaltlichen Schuldnerberatung holen.

Falls Sie aktuell in der Situation sind, dass Sie aufgrund einer Kontopfändung schnell aktiv werden müssen, können Sie sich direkt an AdvoNeo wenden. Das Beratungsgespräch ist kostenlos.