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AdvoNeo Ratgeber » Pfändung & Tipps » Ist Weihnachtsgeld pfändbar?





Ist Weihnachtsgeld pfändbar?

Viele Arbeitgeber meinen es gut mit Ihren Arbeit­nehmern und zahlen diesen am Jahresende Weihnachts­geld. Schuldnern mit laufender oder drohender Pfändung sollten wissen, ob Weihnachtsgeld pfändbar ist oder ob sie etwas tun können, damit ihnen das zusätzliche Geld zur Verfügung steht.

Ist Weihnachtsgeld pfändbar? Jein.

Der § 850a Nr. 4 ZPO regelt, dass Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des monatlichen Einkommens, höchstens jedochbis zu 500€ unpfändbar ist.

Weihnachtsgeld pfändbar Geldscheine Weihnachtsmütze

Der Betrag ist Netto auszuzahlen, das bedeutet Ihnen stehen im Zahlungs­monat bis zu 500 € zusätzlich zur freien Verfügung. Auch das sogenannte 13. Gehalt, das ebenfalls am Jahres­ende oder zu Beginn des Folge­jahres gezahlt wird, zählt als Weihnachtsgeld.

Damit Sie die bis zu 500 € Weihnachtsgeld auch tatsächlich behalten können, müssen Sie je nach Art der Pfändung aktiv werden und aufpassen. Denn ist der Betrag einmal an Ihre Gläubiger ausgezahlt worden, bekommen Sie das Geld meist nicht mehr zurück.

Schutz vor Pfändung Weihnachtsgeld bei Lohnpfändung

Bei einer Lohnpfändung, die bei Ihrem Arbeitgeber durchgeführt wird, sollten Sie prüfen, ob Ihr Arbeit­geber die Berechnung richtig durchge­führt hat. Dabei kann Ihnen folgendes Beispiel helfen, das die in der Praxis gängige Brutto­methode anwendet:

Beispielrechnung
Für einen Schuldner ohne unterhaltspflichtige Personen mit einem Bruttolohn von 1.800 € und einer Weihnachts­geld­zahlung in Höhe von 1.200 € ergibt sich folgende Rechnung:

  1.800 € Bruttoeinkommen
+1.200 € Weihnachtsgeld
=3000 € Bruttoeinkommen

-285 € Steuern, Solidaritätszuschlag
-410 € Kranken­versicherungs­beitrag
=2.305 € Nettoeinkommen

-500 € Unpfändbarer Teil des Weihnachtsgeldes (die Hälfte von 1.800 € Einkommen wären 900 €, deswegen greift der Maximal­betrag von 500 €)
=1.805 €, die der Pfändung zugrunde liegen

Pfändbarer Betrag von 1.805 €:
508,28 € (Berechnung mithilfe unseres Pfändungsrechners)

Hinweis Berechnung Weihnachtsgeld pfändbar
Grundsätzlich gibt es für die Berechnung des pfändbaren Betrags bei Sonder­zahlung von Weihnachts­geld zwei verschiedene Berechnungs­methoden. Das obige Beispiel ist die gängige Art der Berechnung. Die andere Möglichkeit wäre die sogenannte Netto­methode, die jedoch selten Anwendung findet. Im Streitfall müsste das Vollstreckungs­gericht über die Anwendung der Methode entscheiden. Wenn Sie der Meinung sind, dass bei Ihnen Weihnachtsgeld pfändbar berechnet wurde, obwohl dies nicht stimmt, sollten Sie einen Fachkundigen bitten, Ihnen zu helfen, damit Sie das Geld bekommen, das Ihnen rechtlich zusteht.

Schutz vor Pfändung Weihnachtsgeld bei Kontopfändung

Schulden Verschuldung Stop Schild Pfädnung

Bei einer Kontopfändung müssen Sie prüfen, ob Ihr Freibetrag auf Ihrem Pfändungs­schutzkonto (P-Konto) ausreicht, um die Sonder­zahlung mit zu schützen. Wenn der mit Weihnachts­geld ausgezahlte Betrag über dem Freibetrag des P-Kontos liegt, müssen Sie beim örtlich zuständigen Voll­streckungs­gericht einen Antrag auf Festsetzung eines weiteren Betrages neben dem bestehenden Freibetrag auf dem Pfändungs­schutz­konto gemäß § 850 k Abs. 4 ZPO stellen.

Für ein Muster eines Antrags auf Erhöhung des Frei­betrags wegen Weihnachtsgelds schauen Sie auf die Webseite der Ver­braucher­zentrale Ihres Bundes­landes. Die meisten Verbraucher­zentralen bieten vorformulierte Dokumente an.



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KATEGORIE    

Pfändung, Tipps

AKTUALISIERT

7. Dezember 2017